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Pressemitteilungen

Partnerschafts-Konzerte
Denn er hat seinen Engeln ...
Geistliche Chormusik aus vier Jahrhunderten von Gabrieli, Mendelssohn Bartholdy, Brahms, Britten, Segal, Sisask, Shemer, Braun u. a.

Samstag, 7. Juli 2018, 19.00 Uhr, Lenzkirch: Kirche St. Nikolaus
Sonntag, 8. Juli 2018, 18.00 Uhr, Freiburg: Kirche Maria-Hilf

Ma'ayan (Tel Aviv) und Freiburger Bachchor
Annette Drengk, Orgel
Leitung: Anat Moragh und Hannes Reich

 

Bereits seit 1990 pflegt der Freiburger Bachchor Kontakte zu Chören in Partnerstädten Freiburgs und führt mit diesen Konzerte auf. Inzwischen haben 45 Partnerschafts-Aufführungen in Freiburg, Guildford, Lviv/Lemberg, Matsuyama, Tokyo, Granada, Padua, Besançon u. a. stattgefunden.
Mit dem Ma’ayan Chor aus Tel Aviv (Partnerstadt Freiburgs seit 2015) erweitert sich nun der Kreis der befreundeten Ensembles. Der etwa 45-köpfige Ma'ayan Chor, der seit 1999 unter der Leitung von Frau Anat Moragh steht, gehört zu den herausragenden Chören Israels. Er hat mit den größten und bekanntesten israelischen Orchestern zusammengearbeitet und ist mit seinem breiten Repertoire, das vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik reicht, zu vielen Festivals (u.a. in Abu Gosh) eingeladen worden. Der offizielle Chor des Kulturamtes der Stadt Tel Aviv wird außerdem vom israelischen Kulturministerium unterstützt, für das er immer wieder bei offiziellen staatlichen Feiern auftritt.

Unter dem Titel Denn er hat seinen Engeln ... finden die beiden Partnerschafts-Konzerte mit dem Ma'ayan Chor aus Tel Aviv am 7. und 8. Juli 2018 statt. In den Konzerten führen die Ensembles je ein eigenes Programm auf, dazwischen sind Werke von Giovanni Gabrieli, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms und Joseph Rheinberger zu hören, die der Ma'ayan Chor und der Bachchor gemeinsam singen. Umrahmt und begleitet werden die Stücke von Annette Drengk an der Orgel, Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe (u.a. beim Internationalen Orgelwettbewerb Daniel Herz in Brixen, beim Internationalen Orgelwettbewerb Kurt Boßler in Heidelberg und beim Internationalen August-Gottfried-Ritter-Orgelwettbewerb in Magdeburg).

Es wird kein Eintritt erhoben, um Spenden am Ausgang wird gebeten.

Am 2. und 3. März 2018, 19 Uhr, führt der Freiburger Bachchor zusammen mit den Freiburger Domsingknaben, dem Freiburger Bachorchester und den Solisten Hanna Zumsande, Seda Amir-Karayan, Benedikt Kristjánsson, Christian Immler und Manfred Bittner die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach im Konzerthaus Freiburg und im Freiburger Münster auf.

Bereits in ihrer monumentalen Ausdehnung mitsamt doppelchöriger Anlage ist die am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche erstmals aufgeführte Matthäuspassion das kirchenmusikalische Hauptwerk von Johann Sebastian Bach. Bestätigt wird diese besondere Stellung des Werkes überdies durch eine vom Komponisten 1736 anlässlich einer weiteren Aufführung angelegte prächtige Reinschriftpartitur und letztlich auch durch die spätere Rezeption. War es doch diese Passionsmusik, deren Wiederentdeckung und erstmalige Aufführung lange nach Bachs Tod im Jahr 1829 unter der Leitung des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy die Bach-Renaissance des 19. und 20. Jahrhunderts in Gang setzte. "Das größte Werk unseres größten Meisters, das größte und heiligste Werk der Tonkunst aller Völker" nannte damals der Komponist und Musikwissenschaftler Adolf Bernhard Marx die Matthäuspassion und setzte damit die uneinholbare Wirkungsgeschichte des monumentalen musikalischen Werks in Gang.

Bach hat in diesem Werk drei Textschichten miteinander verwoben: Die biblische Erzählung vom Leben und Sterben Jesu in den Worten des Apostels Matthäus (Kapitel 26, 27), 16 Gemeindechoräle sowie lyrische Betrachtungstexte von Christian Friedrich Henrici (genannt Picander) in den Arien. Er vertonte diese Texte "a due cori", schafft also mit zwei Chören und zwei Orchestern die äußerst wirkungsvolle und unverwechselbare dialogische Gesamtstruktur der "großen Passion". Einzigartig, auch unbegreiflich entfaltet sich in diesem Werk der musikalische Formenreichtum von Bachs Zeit und darüber hinaus.

Karten zum Konzert gibt es bei den üblichen Vorverkaufsstellen, unter Tel. 0761/496 8888 und unter www.freiburger-bachchor.de.

Am 16. Dezember, 19 Uhr, am Vorabend des dritten Advents bringt der Freiburger Bachchor im Freiburger Konzerthaus unter der Leitung von Hannes Reich Georg Friedrich Händels Messiah zur Aufführung. Das international renommierte Solistenquartett besteht aus Franziska Bobe (Sopran), David Erler (Altus), Thomas Volle (Tenor) und Simon Robinson (Bass).

Der Messiah ist das wohl bekannteste und beliebteste Werk von Georg Friedrich Händel und gilt als wichtiges Beispiel geistlicher Musik des christlichen Abendlandes. Setzte Händel das Oratorium wegen des zweiten (Passion) und dritten Teils (Auferstehung) in der Passions- oder Osterzeit auf den Spielplan, entstand schon bald nach seiner Uraufführung vor allem im englischsprachigen Raum die Tradition, das Oratorium jährlich im Advent aufzuführen. Heute erfreut es sich auf der ganzen Welt nicht nur zu Weihnachten großer Beliebtheit.

Der Text der drei abendfüllenden Teile stellte Händels Freund Charles Jennens ausschließlich aus Bibelversen zusammen. Erzählt wird die Geburt, Leidensgeschichte, Auferstehung und Wiederkehr Jesu Christi. Weltberühmt ist das Halleluja am Ende des zweiten Teils, welches den Sieg Gottes über den Tod bekräftigt.

Am Konzerttag lädt die Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg unter der Leitung von Meinrad Walter ein, zusammen mit dem Schriftsteller Karl-Heinz Ott und dem Dirigenten Hannes Reich die theologische Konzeption des Textes, Händels vielfarbige musikalische Charakterisierung der Gestalt des Messias und die künstlerische Rezeption des Werkes mitsamt Fragen der heutigen Aufführungspraxis zu bedenken und sich so einmal anders auf die abendliche Aufführung des Freiburger Bachchors "einzustimmen". Infos unter www.katholische-akademie-freiburg.de.

Es spielt das Freiburger Bachorchester auf historischen Instrumenten, Konzertmeisterin ist Lisa Juliane Immer. Karten zum Konzert gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.freiburger-bachchor.de.

Am Sonntag, 05. November 2017 um 18 Uhr, führt der Freiburger Bachchor zusammen mit dem Freiburger Bachorchester die Kantate Ein feste Burg ist unser Gott BWV 80, das Doppelkonzert für Oboe und Violine BWV 1060 und die Messe in G-Dur BWV 236 von Johann Sebastian Bach in der Herz-Jesu Kirche Freiburg auf. Als Gesangssolisten wirken Magdalene Harer, Lena Sutor-Wernich, Stephan Scherpe und Matthias Horn mit.

Das Herbstkonzert des Freiburger Bachchors steht ganz im Zeichen des diesjährigen Reformationsjubiläums. Mit der Bachkantate Ein feste Burg ist unser Gott BWV 80, die Johann Sebastian Bach über eines der berühmtesten Lieder Martins Luthers geschrieben hat, zollt der Bachchor der Bedeutung der Reformation und ihren Auswirkungen auf die Musik Johann Sebastian Bachs Respekt. Berühmtester Satz der Kantate ist der Eingangschor, der alle Facetten der Bachschen Choralbearbeitungskunst zeigt, da ein doppelter, kanonisch geführter Cantus firmus die kunstvoll ausgearbeitete Choralmotette umrahmt.

Bei dem Doppelkonzert BWV 1060 für Oboe und Violine handelt es sich um eine Rekonstruktion nach dem Konzert für 2 Cembali in c-moll, das Bach vermutlich in seiner Köthener Zeit komponierte. Da die Tastenparts der beiden Solisten sehr unterschiedlich angelegt sind, lag die Vermutung auch angesichts der Bachschen Bearbeitungsfreude nahe, dass das Stück ursprünglich für zwei verschiedene Soloinstrumente gedacht war. Das selten gespielte Konzert gibt einen schönen Einblick in die hohe Kunst der Instrumentalkonzerte Bachs; Solistinnen sind Luise Baumgartl, Oboe und Lisa Immer, Violine.

Mit der Reformation riss die Tradition der lateinischen Kirchenmusik in den evangelischen Kirchen nicht ab, sie erfuhr aber eine erhebliche Einschränkung. So hatte der lutherische Gottesdienst ebenfalls eine Messordnung, die teilweise in lateinischer Sprache gehalten wurde. Protestantische Tradition war allerdings, lediglich Kyrie und Gloria zu vertonen, was der später ergänzte Name "lutherische Messe" verdeutlichen soll. Alle sechs Teilsätze der aufgeführten Messe in G-Dur BWV 236 lassen sich in Bachs Leipziger Kantatenwerk nachweisen. So stammen zum Beispiel Gloria und Domine Deus aus der Kantate Gott der Herr ist Sonn und Schild BWV 79, einer weiteren Reformationskantate, die somit indirekt zum Klingen gebracht wird.

Zu diesem Konzert bietet der Freiburger Bachchor den Mitgliedern der Freiburger Bachchorgesellschaft am 22. Oktober 2017 eine Werkbetrachtung mit begleitenden Musikbeispielen an. Bernhard Reich, evangelischer Kirchenmusiker und bis 2016 Landeskirchenmusikdirektor im Amt für Kirchenmusik der evangelischen Landeskirche Württemberg und Meinrad Walter, Theologe und stellvertretender Leiter im Amt für Kirchenmusik der Erzdiözese Freiburg, vermitteln ihre Sichtweisen aus evangelischer, katholischer und ökumenischer Perspektive auf Martin Luther, die Reformation und ihre Auswirkungen auf die Musik Johann Sebastian Bachs.

Interessenten für die Freiburger Bachchorgesellschaft und deren Angebote melden sich gerne beim Vorsitzenden Wolfgang Witz, Tel. 0172/6228955, oder unter info@freiburger-bachchor.de. Konzertkarten sind über die üblichen Vorverkaufsstellen und unter www.freiburger-bachchor.de erhältlich.

Am 01. Juli 2017, 20 Uhr, erwartet das Freiburger Publikum ein außergewöhnliches Kooperationsprojekt: Das Akademisches Orchester Freiburg lädt den Freiburger Bachchor ein, zusammen mit Solisten unter der Leitung von Hannes Reich die "Messa da Requiem" von Giuseppe Verdi im Freiburger Konzerthaus aufzuführen. Für das Akademische Orchester ist dies das Abschlusskonzert mit Hannes Reich, der die Künstlerische Leitung des Orchesters abgeben wird.

Giuseppe Verdis Requiem bleibt in der Musikgeschichte ohne Vergleich. Diese Totenmesse wird zuweilen auch als "Verdis beste Oper" bezeichnet. Sie ist das Zeugnis eines Künstlers, der sich mit Eindringlichkeit und Direktheit die Wahrhaftigkeit der Menschendarstellung als oberstes Ziel setzte. Nicht jenseitige Transzendenz wollte der italienische Opernkomponist hier vermitteln, sondern emotionale Erschütterung mit der Bitte um Erlösung.

Am 22. Mai 1874 wurde die "Messa da Requiem" zum einjährigen Todestag des Schriftstellers Alessandro Manzoni, Identifikationsfigur des italienischen Risorgimento, in der Mailänder Kirche San Marco uraufgeführt. Mit Manzoni verband Verdi eine tiefe Geistesverwandtschaft. Dessen Roman "Die Verlobten" hatte ihn schon in jungen Jahren beeindruckt: Inmitten einer Gesellschaft, in der eine Hand die andere wäscht, einträgliche Posten unter Freunden vergeben werden, die Machthaber vor allem an der Wahrung ihrer Privilegien interessiert sind und das Volk jeglichen Glauben an Gesetze verloren hat, werden zwei keusche Geliebte getrennt und müssen einige Abenteuer überstehen bevor sie endlich mehr als nur Verlobte sein können. In diesem Roman wird das historische Panorama einer Zeit gezeichnet, die geprägt ist von Machtwillkür, Krieg und Pest, aber auch Solidarität und christlicher Nächstenliebe unter den Unterdrückten – 1630 genauso wie zur Zeit des Risorgimento 1874 oder auch heute.

Diesem entsprechend bleibt in Verdis Totenmesse für Manzoni der Tod ebenso allgegenwärtig wie sein Gegenteil, die Liebe als höchster Ausdruck des Lebens. Und so zeichnet Verdi im "Dies Irae" mit dramatischem Impetus und Kompromisslosigkeit die Schrecken des Jüngsten Gerichts, den Menschen in seinem existenziellen Konflikt zwischen Macht und Liebe, Treue und Verrat. Alle Emotionen werden durch menschliche Stimmen – dem Chor und die vier Solostimmen (Barbara Haveman, Hermine May, Giancarlo Monsalve, Duccio Dal Monte) - ausgedrückt.

Keimzelle des Requiems ist jedoch das errettende "Libera me", welches Verdi bereits sechs Jahre zuvor in einer Gemeinschaftskomposition mit zwölf bedeutenden Komponisten für ein Rossini-Requiem schrieb, ohne dass dieses zur Aufführung kommen konnte. Dieses "Libera me" - laut dem italienischen Komponisten Mazzucato, "das schönste, großartigste und bei weitem poetischste Musikstück, das man sich vorstellen kann" – wurde für Manzoni zu einer ganzen Totenmesse ausgearbeitet, die nun entgegen der liturgischen Konvention mit der inbrünstigen Bitte um Erlösung für die Lebenden endet und damit Hoffnung und Zuversicht zum Grundgestus des Werkes erklärt.